Presse 2018-11-14T12:57:04+00:00

Hersfelder Zeitung

Gänsehaut in Stiftsruine: 4.000 fühlen jugendliches Europa – Bilderserie

Die Stiftsruine in Bad Hersfeld hat sicher schon viele Sternstunden erlebt: Großes Theater, eindrucksvolle Stars und leidenschaftliche Aufführungen. Doch auch die drei Abschlusskonzerte der Festspielsaison 2017 des Chores der Modell- und Gesamtschule Obersberg und des Blechbläser-Ensembles der MSO und der Konrad-Duden-Schule Bad Hersfeld mit insgesamt rund 4.000 begeisterten Zuhörern dürfen dazu gezählt werden. Waren die Konzerte schon in den vergangenen Jahren von großer Qualität geprägt, so gesellte sich in diesem Jahr ein ganz besonderes internationales Flair hinzu.
Während einer Georgien-Reise lernten die Sängerinnen und Sänger der Hersfelder Chöre den gemischten Jugendchor Tutarchela aus Rustavi (nahe der georgischen Hauptstadt Tiflis) kennen. Dieser international gefeierte und ausgezeichnete Chor war nun Gast der Abschlusskonzerte. Möglich machte dies auch das Ministerium von Staatsminister für Europa, Michael Roth. Der heimische Bundestagsabgeordnete brachte am Samstagabend den georgischer Außenminister Mikheil Janelidze und den georgischen Botschafter in Deutschland mit.

Solche Abende seien als Brücke, die Jugendliche beider Länder zusammenbringen, wichtig, sagte Janelidze in seinem in deutscher Sprache gehaltenen Grußwort. Er bezeichnete es als Glück, dass er während seines Studiums ein halbes Jahr in Deutschland war. Und er lud im Namen des georgischen Premierministers die Hersfelder Chöre nach Georgien ein. „Das ist Europa, wie es sein sollte: friedlich, fröhlich, bunt, voller Respekt und Gemeinsinn. Musik als Brückenbauerin und Friedensstifterin – besser geht es nicht. Danke für dieses außergewöhnliche Konzert“, schrieb Roth am Sonntagmorgen auf seinem Facebook-Profil.
Es war ein stimmungsvoller und emotionaler Abend, der eindeutig unter die Haut ging und definitiv Mut machte. Dass die georgischen Gäste einen wahren Hörgenuss ablieferten, durfte erwartet werden. Sowohl internationale Hits als auch Volkslieder aus ihrer Heimat präsentierten die jungen Leute. Das Publikum dankte es ihnen mit tosendem und donnerndem Beifall. „Es erfüllt uns mit besonderem stolz, dass unser Außenminister und der Botschafter in Deutschland heute hier sind“, sagte Chorleiterin Tamar Buadze. Die heimischen Chöre und Blechbläser unter der Leitung von Ulli Meiß überzeugten ebenso. Klar, dass sie in diesem Jahr nicht ganz so im Mittelpunkt standen. Trotzdem begeisterten sie mit ihrem gelungenen Reigen an volkstümlichen Liedern und modernen Songs. „Das waren anstrengende Probetage, allein am Freitag haben wir bis Mitternacht geprobt“, sagte Meiß. Das hat sich definitiv gelohnt. Ob einzeln oder zusammen mit den georgischen Gäste – die gut zweistündigen Aufführungen waren von musikalischen und gesanglichen Höhepunkten geprägt.
Als die Blechbläser zum Finale ein Popmedley anstimmten, gab es kein Halten mehr. Ausgelassen und fröhlich tanzten und lachten die Jugendlichen aus beiden Ländern gemeinsam auf der Festspielbühne. 150 junge Menschen zeigten, wie sie sich Europa vorstellen. Für sie gibt es keine Grenzen im Kopf. Diese Botschaft macht gerade in diesen von Terror und Angst geprägten Zeiten Mut. Mut, weil es junge Menschen sind, die ein beeindruckendes, unbekümmertes Zeichen setzten – Lebensfreude pur eben. Danke für diese gelungenen Konzerte. Definitiv eine Sternstunde in der Stiftsruine in Bad Hersfeld.
(Hans-Hubertus Braune)

Hersfelder Zeitung vom 21.08.2016

Bad Hersfeld Wenn dem Publikum schon beim ersten Lied ein Schauer der Ergriffenheit über den Rücken läuft, dann lässt das Großes für den Rest des Konzertes erwarten. Ulli Meiß und der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg sowie das Blechbläser-Ensemble der Obersbergschulen und der Konrad-Duden-Schule lösten dieses Versprechen des ersten Liedes in einem gut zweieinhalbstündigen Programm ein – und die Gänsehaut kam nicht von der feuchtkühlen Abendluft.

Sänger und Musiker verstanden es, den gesamten Raum der Stiftsruine mit Klang zu erfüllen. Diesmal standen die Jugendlichen nicht nur rechts und links an den Seiten des Kirchenschiffs, sondern in kleinen Gruppen auch mitten im Publikum und ließen ein „Halleluja“ ertönen, das in seiner Klangfülle und Innigkeit unter die Haut ging.

Geheimnisvoller Klangkörper: Zunächst verborgen hinter einem schwarzen Vorhang, dann offen sichtbar: In dem gelben Gummianzu steckt der Trompeter Björn Diehl dem die Percussion-Gruppe des Blechbläser-Ensembles mit Klopfen auf den Bauch und Schlägen auf die Schuhe allerlei interessante Töne entlockte. Fotos: Landsiedel

Es schien fast, als habe der Himmel ein Einsehen, denn der Regen ebbte nach den ersten Liedern beim Auftaktkonzert am Samstag ab, sodass nicht nur das Publikum, sondern auch Sänger und Musiker den Abend weitgehend trocken überstanden.

150 Mitwirkende

Zu den besonderen Reizen dieser Abschlusskonzerte der Festspielsaison, für die die insgesamt 150 Jugendlichen und mitwirkenden Lehrer drei Wochen ihrer Ferien opfern, gehört der bute Programm-Mix. Klassik, Volkslieder, auch mal ein Marsch, Musical-Melodien, Nostalgisches und Aktuelles standen auf dem Programm und luden zur Neu- und Wiederentdeckung ein. In diesem Jahr feiern die Obersberg-Ensembles ihr zwanzigjähriges Bestehen und so gab es Vieles zu hören, was die Mitwirkenden besonders gerne nögen. Die Vogelhochzeit, zum Beispiel, ein berührendes Ave Maria, die Bar zum Krokodil oder It’s my Life.

Alles natürlich verändert, verbessert, neu arrangiert. Das gilt auch für den Ausschnitt aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, der das Herannahen eines Sommergewitters musikalisch beschreibt und den Anastasia Boksgorn auf der Geige gleich zweimal virtuos darbot. Begleitet wurde sie von einem Teil des Blechbläser-Ensembles.

Auf keinen Fall fehlen durfte natürlich das Männerquartett des Chores, das den Frauen zunächst einmal den Spiegel vorhielt, indem es um eine Pause im nicht enden wollenden Redefluss flehte, um anschließend die Damenwelt mit der Bitte „Lass mich Dein Badewasser schlürfen“ umschmeichelte. Dass vermeintlich große Gefühle auch schlicht einer Pollenallergie geschuldet sein können, zeigte das Duett von Tatjana Beyer und Matheus Drzewiecki.

Überhaupt die Solisten: In dem großen Chor finden sich immer wieder große Talente, die dann bei den Konzerten die Chance erhalten, ihr Können zu zeigen. Gänsehaut, eben.

Neongelber Gummianzug

Für staunendes Vergnügen sorgte zum Abschluss die Percussion-Gruppe, die den in einem neongelben Gummianzug steckenden Trompeter Brörn Diehl als Klangkörper nutzten und kräftig auf ihm herumtrommelten.

Ganz zum Schluss gab’s noch mal Rückenkribbeln fürs Publikum bei der Zugabe „Music was my first love“. Begeisterter Beifall, Jubeln und Trampeln belohnte Ulli Meiß und seine Sänger und Musiker, die am Wochenende gut 4000 Menschen mit ihrer Musik glücklich machten.

Von Christine Zacharias

Die Obersberg-Chöre und das Blechbläser-Ensemble unter Leitung von Ulli Meiß rockten die Ruine.

Hersfelder Zeitung vom 23.08.2015

Bad Hersfeld Was haben Kettensägen mit der Liebe zu tun? Nun, auf den ersten Blick recht wenig, außer dass beide zuweilen auch wehtun können. Dass diese höchst gegensätzlichen Dinge sehr vergnüglich kombiniert werden können, das bewiesen der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg sowie das Blechbläser-Ensemble von MSO, GSO und Konrad Duden-Schule in der Stiftsruine.

„Sie werden hier viel Neues von der Liebe erfahren“, versprach daher auch Chorleiter Ulli Meiß den Besuchern der drei Festspiel-Abschlusskonzerte, nachdem sich ihre erste Gänsehaut von der ergreifenden Eröffnung gelegt hatte. Dabei hatten zu dem Lied „The Hanging Tree“ aus den Tributen von Panem die 115 jungen Sängerinnen und Sänger in der ganzen Ruine verteilt eine Art stimmlichen Dolby-Surround-Effekt erzielt.

115 Sänger und 40 Bläser begeisterten beim Festspiel-Abschluss-Konzert in der Stiftsruine. Das Bild zeigt vorn Tatjana Beyer und Matheus Drzewiecki beim „Liebesduett mit Allergie“. Fotos: T. Landsiedel

Auch für die weiteren Stücke, die von deutschen Klassiker wie der „Rosmarinheide“ und der „Schönen blauen Donau“ über russische Melodien oder feurige spanische Klänge reichten, mussten die Musiker nicht nur ihre Stimmbänder, sondern oft auch die Beine bewegen. Immer wieder wurde die ganze Ruine in die Arrangements mit einbezogen. Besonders beeindruckend waren dabei das achtstimmig vorgetragene „Zum Tanze geht da ein Mädel“ und „Als wir jüngst in Regensburg waren“, das sogar zehnstimmig gesungen wurde.

Um derartige musikalische Höchstleistungen zu vollbringen, hatten die Schüler und ihre Lehrer einen Gutteil der Ferien im Probenraum verbracht – ein Aufwand, der sich gelohnt hatte.

Damit aber nicht genug: Denn auch vergnügliche Schauspiel-Einlagen bereicherten das Konzert. So etwa im Liebesduett von Tatjana Beyer und Matheus Drzewiecki auf der Parkbank unterm Birkenbaum, bei dem sie ihm ihre Liebe gesteht, während er mit seiner Pollenallergie kämpft.

Originell auch die im Barber-Shop-Stil vorgetragene Geschichte „Ich fahr mit meiner Klara in die Sahara“ bei der Jan Braun, Matheus Drzewiecki, Martin Gellert und Sven Heidler überlegen, wie sie ihre Frau loswerden können.

Im zweiten Teil wurde die Musikauswahl dann jünger und rockiger mit den Toten Hosen und ihren „Tagen wie diesen“, Aviciis „Wake me up“ oder „Applaus“ von den Sportfreunden Stiller. Dabei begeisterten dabei Solistinnen wie Jaqueline Hartwig, Karen Eidam, Judith Eisel und „Teufelsgeigerin“ Anastasia Boksgorn. Besonders gefiel immer wieder auch Marisa Linß, die zuletzt Adeles James-Bond-Song „Skyfall“ zu stimmlich ungeahnten Höhen führte.

Tja, und was war nun mit den Kettensägen? Sie kamen in einem furiosen Finale bei Björn Diehls und Kai Stiebelings äußerst eigenwilliger und saukomischer Interpretation von „Mackie Messer“ zum Einsatz und bewiesen, dass Motorsägen nicht nur Krach, sondern auch Musik machen können. Stehende Ovationen und langanhaltender Beifall waren der verdiente Dank an die jungen Musiker, die in den kommenden Wochen auf eine Konzertreise durch Kanada gehen.

Ein wenig neidisch freuen wir Zurückbleibenden uns wie die Toten Hosen über drei Konzert-Tage wie diese!

Von Kai A. Struthoff

Umjubeltes Abschlusskonzert

So klingt Weihnachten

Obersberg-Chöre und Musiker erobern die Herzen der Zuhörer in der Stadtkirche

Von Vera Hettenhausen

Bad Hersfeld Es muss nicht laut und hektisch in der Zeit vor dem Weihnachtsfest zugehen. Um diesem verbreiteten Image entgegenzuwirken, luden der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg sowie das Blechbläserensemble dieser Schulen und der Konrad-Duden-Schule am vergangenen Wochenende zu einer „Musikalischen Vesper zum Advent“ in die Stadtkirche ein. Unterstützt wurden sie von der Geigerin Anastasia Boksgorn.

Wie beliebt und geschätzt diese Konzerte mittlerweile sind, zeigte die große Nachfrage an Karten. Erstmals wurden drei Konzerttermine am Samstag und am Sonntag angeboten, weil 2700 Menschen sich diesen musikalischen, weihnachtlichen Gruß nicht entgehen lassen wollten.

 Konzertleiter Ulli Meiß sagte, für ihn und seine Mitwirkenden seien das schon 2700 Geschenke, die sie bekommen hätten. 130 Sänger und Musiker rückten mit ihrem Programm die eigentliche Bedeutung der Adventszeit wieder ins Bewusstsein, nämlich mit Ruhe, Freude und Besinnung sich auf die Festtage vorzubereiten.

Mit einem durch das Kirchenschiff schallenden „Joy to the world“ begrüßten Chor und Musiker ihr Publikum. Es erklangen zunächst die leisen, bedächtigen Töne und Melodien. Zum Ende spielten dann die Blechbläser passend zu „Sleigh Ride“, „Santa Claus is coming to town“ und „Rudolph“ gekonnten „Swing“ in der Kirche. Bei „Happy Xmas“ schunkelten die Chormitglieder und die Gäste im Takte mit.

Die klangmalerischen Arrangements der Gesangstücke, die nicht zu den alltäglich gesungenen Weihnachtsliedern gehörten, und dazu beeindruckende Regieeinfälle machten das Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis. Mehrmals verteilten sich die Sänger und Musiker in der Kirche, schritten durch die Zuschauerreihen, um sich an den Seiten oder auf der Empore aufzustellen. Ein faszinierender Raumklang entstand so mit den mal leiser und mal lauter werdenden Stimmen. Ulli Meiß hatte bei dieser aufwendigen Organisation alles im Griff. Als mancher der hervorragenden Solisten sich nach seinem Vortrag wieder schnell in die Reihen der Chorgemeinschaft stellen wollte, bekam er von ihm einen leichten Schubs in Richtung Publikum. „Nein, bleib mal da vorne und hol’ dir deinen Applaus ab“, sollte dies heißen.

Das Publikum geizte nämlich nicht mit seinen Beifallsbekundungen. Ein toll inszenierter Abgang der Akteure setzte dem Konzert noch die Krone auf. Vor dem großen Haupttor der Kirche versammelten sich die Chormitglieder zum Spalier und sangen solange „Santo Santo“, bis der letzte Besucher die Kirche verlassen hatte. Schöner kann man die Weihnachtsbotschaft nicht rüberbringen.

Das Beste vom Besten

Chor und Blechbläser unter Leitung von Ulli Meiß verzauberten Publikum in Stiftsruine

Von Sabrina Teufel

Bad Hersfeld Das Beste für die Besten, so bezeichnete Ulli Meiß am vergangenen Wochenende in seinen Eröffnungsworten das Programm der beiden Abschlusskonzerte der 63. Bad Hersfelder Festspiele in diesem Jahr. Für das Programm hatten die Fans des Chores im Vorfeld Wünsche aus dem Repertoire des Chors der Modell- und Gesamschule Obersberg und des Blechbläser-Ensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule abgeben dürfen. Herausgekommen war eine bunte Mischung aus traditionellen Volksliedern, Popsongs, Musicalmelodien und vielem mehr. Gespickt war das Wunschprogramm zudem mit einigen neuen Stücken.

 In der restlos ausverkauften Stiftsruine unterhielten die beiden Ensembles mit einem kurzweiligen und anspruchsvollen Programm. Mitten aus dem Publikum heraus, auf einzelnen Sitzen verteilt, überraschten die Sängerinnen und Sänger des Chores zum Auftakt mit einer spannenden Interpretation des „Hallelujah“. Es folgte ihr Einzug auf die Bühne mit „Conquest of Paradise“. Unterstützt wurde der saubere und gut durchmischte Chorklang dabei durch die Blechbläser.

Das erste Viertel des Programms wurde überwiegend durch den Chor gestaltet. Neben „Wie lieblich schallt durch Busch und Wald“, bei welchem Ulli Meiß einen kleinen Echochor hinter die Säulen der Hauptbühne platziert hatte, präsentierten die Sängerinnen und Sänger mit viel Freude und tollen stimmlichen Leistungen einige Volkslieder. Darunter „Wenn ich ein Vöglein wär“ mit den Solistinnen Sophia Götz und Theresa Pfalzgraf.

Bei „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ bezogen Ulli Meiß und der Chor das Publikum mit ein und ermunterten sie, das Klappern der Mühle durch Klatschen zu imitieren.

Die Blechbläser eröffneten den zweiten Programmteil mit dem „Second Waltz“ und überzeugten vor allem mit dem Stück „The Typewriter“ bei dem Percussionist Matthias Riedl sein Können und sein komödiantisches Talent an einer alten Schreibmaschine zeigte.

Das Stück hatte sich HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm zum 250-jährigen Jubiläum der Zeitung gewünscht. Er überreichte Ulli Meiß zudem eine Unterstützung für die Arbeit der beiden Ensembles.

Klänge aus „Dr. Shiwago“ präsentierte das Blechbläserensemble ebenfalls mit viel Humor und nicht geringerem Können. Mit Fellmützen bekleidet und mangels der eigentlich erforderlichen Balalaikas spielten Solotrompeter Björn Diehl und Dirk von Sierakowsky sogar unter Wasser und erzeugten dabei blubbernde Klänge, die dem Publikum viele Lacher entlockten.

Mitreißende Konzerte

MSO-Chor & Blechbläser in der Ruine

Von Hans-Hubertus Braune

Bad Hersfeld Die Stiftsruine in Bad Hersfeld ist an sich schon ein beeindruckendes Bauwerk. Wenn es aber mit soviel Leben, Liebe und Hingabe erfüllt wird, dann hält es die Zuhörer kaum mehr auf ihren Sitzen im Schiff des historischen Gebäudes. Am Wochenende standen die beiden Abschlusskonzerte des Chors der Modell- und Gesamtschule Obersberg (MSO) sowie der MSO-Blechbläser und der Konrad-Duden-Schule auf dem Programm – und die Ruine bebte. Sie sind seit Jahren ein weiterer Höhepunkt einer jeden Festspielsaison. Und so war es kaum verwunderlich, dass beide Konzerte mit jeweils rund 1.600 Besuchern ausverkauft waren. Allein schon der Einstieg war erste Sahne. Überall in den Weiten der Ruine verteilt überraschten die Chormitglieder die Besucher mit ihrem Gesang. Das brachte Gänsehautfeeling schon beim ersten Song.

 Was folgte war Genuss pur. In vielen Liedern ging es um das Thema Liebe. Mal gefühlvoll, mal witzig, mal frech und lebendig. Ulli Meiß und seine Ensemble- wie Chormitglieder verstanden es perfekt, das Publikum immer wieder zu überraschen. „Wir hatten jede Menge Spaß bei den Proben“, sagte Ulli Meiß während seiner Begrüßung. Dieser Spaß, diese Freude kamen in jedem Beitrag des über zweistündigen Konzertes rüber. „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ oder „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ – die ersten Lieder entstammen dem traditionellen Liedgut – allerdings launig und frisch dargeboten. Die Auswahl der Lieder war übrigens in diesem Jahr Sache des Publikums. Im Vorfeld durften die Lieblingslieder genannt werden.

Garniert wurde das feine Konzert mit zahlreichen Soloauftritten, die allesamt begeisterten. Stellvertretend genannt: Anastasia Boksgom mit ihrer Violine und Matthias Riedl an der Schreibmaschine bei „The Typewriter“ – oder später mit verbundenen Augen im „Zirkus Renz“ – einfach ein Genuss. Auch der Auftritt der Boygroup Martin, Matheus, Oliver, Simon und Sven begeisterte, die sich so ihre Gedanken über Frauen machten. Und Tatjana Beyer brillierte mit „In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein“. Und, und, und – die Liste ließe sich mit jedem einzelnen Soloauftritt fortführen.

Mit „Lollipop“, „Circle of Life“ oder dem Toten Hosen-Erfolgssong „Tage wie diese“ gings weiter und zum großen Finale folgte der am meisten gewünschte Song „Viva La Vida“ sowie „YMCA“. Minutenlanger Applaus, stehende Ovationen und „Bravo-Bravo-Rufe“ waren der verdiente Lohn für zwei hervorragende Konzerterlebnisse. Schulchor wie Blechbläser haben einmal mehr ihren international bekannt guten Ruf unter Beweis gestellt.

Musikalische Glückwünsche

Blechbläserensemble gratuliert polnischer Partnerschule

Bad Hersfeld/Polen Wenn gute Freunde Geburtstag feiern, reist man gerne zu Besuch, auch wenn die Geburtstags-Party nicht gerade um die Ecke stattfindet. Knapp tausend Kilometer musste das Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule unter der Leitung von Ulli Meiß zurücklegen, um gratulieren zu können. Die im polnischen Masuren gelegene Kleinstadt Dzialdowo war das Ziel, denn dort feierte die Partnerschule „ZESPÓL SZKÓL NR 2 im. Jana Pawla II“ ihr 20-jähriges Jubiläum.

Letzteres wollte sich natürlich Schulleiter Karsten Backhaus nicht entgehen lassen und begleitete zusammen mit einigen Kollegen sein Orchester. Höhepunkt vor Ort war natürlich der offizielle Festakt, bei dem den jungen Obersbergern die Ehre zuteil wurde, für die musikalische Umrahmung zu sorgen. Damit auch der Bevölkerung dieser Ohrenschmaus nicht vorenthalten blieb, packten die jungen Waldhessen ihre Instrumente dann ein weiteres Mal aus und präsentierten auf dem Marktplatz von Dzialdowo den begeisterten Zuhörern ihre mitreißende Musik. Darüber hinaus standen viele anregende Gespräche und Begegnungen sowie Unternehmungen auf dem Programm, so zum Beispiel der Besuch der berühmten Ordensburg von Kwidzyn, auch unter dem deutschen Namen Marienwerder bekannt.

Karsten Backhaus und Ulli Meiß freuen sich nun darauf, die polnischen Freunde im August in Bad Hersfeld begrüßen zu können. Da wird die Modellschule Obersberg ihr 40jähriges Jubiläum feiern und der Chor der polnischen Partnerschule für die musikalische Umrahmung sorgen.

Guten Freunden mit Musik gratuliert

Blechbläser der Obersberg-Schulen und der Konrad-Duden-Schule in polnischer Partnerstadt zu Gast

Von Martin Gellert

Bad Hersfeld Wenn gute Freunde Geburtstag feiern, reist man gerne zu Besuch, auch wenn die Geburtstags-Party nicht gerade um die Ecke stattfindet. Knapp tausend Kilometer musste das Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule unter der Leitung von Ulli Meiß zurücklegen, um gratulieren zu können.

Die im polnischen Masuren gelegene Kleinstadt Dzialdowo war das Ziel, denn dort feierte die Partnerschule „ZESPÓL SZKÓL NR 2 im. Jana Pawla II“ ihr 20-jähriges Bestehen. Letzteres wollte sich natürlich Schulleiter Karsten Backhaus nicht entgehen lassen und begleitete zusammen mit einigen Kollegen sein Orchester.

Höhepunkt vor Ort war natürlich der offizielle Festakt, bei dem den jungen Obersbergern die Ehre zuteil wurde, für die musikalische Umrahmung zu sorgen. Damit auch der Bevölkerung dieser Ohrenschmaus nicht vorenthalten blieb, packten die jungen Waldhessen ihre Instrumente dann ein weiteres Mal aus und präsentierten auf dem Marktplatz von Dzialdowo den begeisterten Zuhörern ihre mitreißende Musik.

Darüber hinaus standen viele anregende Gespräche und Begegnungen sowie Unternehmungen auf dem Programm, so zum Beispiel der Besuch der berühmten Ordensburg von Kwidzyn, auch unter dem deutschen Namen Marienwerder bekannt.

Karsten Backhaus und Ulli Meiß freuen sich nun darauf, die polnischen Freunde im August in Bad Hersfeld begrüßen zu können. Da wird die Modellschule Obersberg ihr 40-jähriges Bestehen feiern und der Chor der polnischen Partnerschule für die musikalische Umrahmung sorgen.

Wiedersehen in Hyvinkää

Blechbläserensemble der MSO, GSO und KDS auf Konzertreise in Finnland

Hyvinkää/Bad Hersfeld Mittlerweile sind sie fast um den ganzen Erdball gereist: das Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg sowie der Konrad-Duden-Schule. Gewachsene Beziehungen zu pflegen gehört dabei mit zum festen Programm und ist gleichzeitig Philosophie.

Zum wiederholten Mal folgten nun die jungen Musiker einer Einladung des Chores der Tapailinna-Schule aus dem finnischen Hyvinkää. Dieser Chor aus der Partnerstadt des Landkreises Hersfeld-Rotenburg gastierte bereits zweimal in Bad Hersfeld.

Wiedersehensfreude gehörte also zum festen Bestandteil des Reisegepäcks und dementsprechend herzlich begegneten sich alte und neue Freunde im hohen Norden. Untergebracht in Gastfamilien entdeckten die Jugendlichen finnisches Leben und Landschaft hautnah: riesige, unberührte Wälder, beeindruckende Seenlandschaften, einsam gelegene Häuschen am See und nicht zu vergessen die für Finnland typische traditionelle Sauna.

Die Begegnung mit der finnischen Kultur kam dabei keineswegs zu kurz. In Hyvinkää nahmen die Schülerinnen und Schüler aus der Lullusstadt Originalwerke finnischer Künstler in Augenschein, um anschließend im nationalen Eisenbahnmuseum historische Dampflokomotiven zu bestaunen.
In der Hauptstadt Helsinki stand die Besichtigung des mächtigen Doms auf dem Programm, anschließend tauchte man in das maritime Flair der sich dieses Mal allerdings im regnerischen Gewand präsentierenden Hafenkulisse ab.

Den musikalischen Höhepunkt bildete das gemeinsame Konzert mit dem Chor der Tapailinna-Schule im Rathaus. Hier konnten die jungen Waldhessen mit ihrem unverwechselbaren Brass-Sound das finnische Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißen.

Ein wenig Pop, ein bisschen Rock und viele internationale Reißer hatte Dirigent Ulli Meiß zu einem großen musikalischen Gastgeschenk verpackt. Und dieses hatte seine besondere Bedeutung, galt es doch, mit zahlreichen Ehrengästen das 30jährige Bestehen des deutsch-finnischen Partnerschaftsvereins zu feiern.

Umjubeltes Abschlusskonzert der 62. Bad Hersfelder Festspiele – zweimal volles Haus

Von Gudrun Schmidl

Bad Hersfeld Mit einem großartigen Konzert zum Abschluss der Festspielsaison begeisterten der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg und das Blechbläser-Ensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule unter der Leitung von Ulli Meiß in der Stiftsruine.

„Es ist uns eine große Ehre und Freude, hier zu singen“, versicherte der engagierte Chorleiter und freute sich über jeweils volles Haus am Samstag und Sonntag. Im vierten Jahr in Folge war das Oberthema die Liebe. Seine große Fangemeinde hatte es sich so gewünscht und man höre und staune: Es gibt von der Liebe noch sehr viel zu berichten. „Wir haben tief in der Notenkiste gegraben“, berichtete Meiß, der mit seinen 110 Chorschülern und den Bläsern vor dem großen Auftritt intensiv geübt hat. „Die Stiftsruine ist für uns zum zweiten Wohnsitz geworden“.

Die Vorbereitung hat sich mehr als gelohnt. „Mein Mädel hat einen Rosenmund“, gehörte zu dem Volksliederschatz, den sie gefunden haben und in höchster Qualität zu Gehör brachten.

Zu dem variantenreichen Programm mit zahlreichen Höhepunkten gehörte die „Russische Romanze“ mit den Solistinnen Jacqueline Hartwig und Mansa Linß und der Gassenhauer „Wenn der Pott ein Loch hat“, bei dem Tatjana Beyer und Salomon Ebert den lustigen Solopart übernahmen. „In der Bar zum Krokodil“ wird altbiblische Geschichte lebendig und für den Großteil der Männer im Publikum, die „verzweifelt sind und bestimmt unterdrückt werden“, gab es Tipps von den musikalischen Experten. Alles mit einem Augenzwinkern und viel Schwung.

Die Blechbläser berührten die Herzen der Besucher mit dem „Wolgalied“ und animierten zum rhythmischen Klatschen bei dem „River Kwai Marsch“. Beim „Ungarischen Tanz Nr. 5“ brillierte die Geigerin Anastasia Boksgorn mit ihrem Solo. Zur Disco wurde die Stiftsruine bei „Whenever wherever“, von grellen Lichtblitzen begleitet. Mit „Viva la vida“ rockten die Blechbläser die Bühne und gaben bei „It’s raining men“ noch einmal richtig Gas, bevor beim „Tiger Rag“ Herr Kramer als Solist auf die Bühne gefahren kam und den Takt vorgab. Es handelte sich um einen Traktor gleichen Namens. Einfach genial.

Das qualitativ hochwertige Konzert, das mit „Adiemus“ eindrücklich begann, wurde mit der Zugabe „Music“ von John Miles gekrönt, die nicht passender hätte sein können. Stehende Ovationen für zwei Stunden musikalischen Hochgenuss. „Danke für die herzliche Begleitung durch das Konzert. Der Applaus, den Sie uns geben, inspiriert uns für Wochen, Monate und Jahre“, versicherte Ulli Meiß.

Unverzichtbarer Partner

Vorstand des Fördervereins der Obersberg-Blechbläser und Chöre unverändert

Von Martin Gellert

BAD HERSFELD In unveränderter Besetzung geht es 2012 weiter: Ulli Meiß als erster Vorsitzender, Karsten Backhaus als zweiter und Dirk von Sierakowsky als Schriftführer werden auch weiterhin dem gemeinnützigen „Verein der Freunde und Förderer des Blechbläserensembles und des Chores der Modell- und Gesamtschule Obersberg und Konrad-Duden-Schule“ vorstehen.

Nicht nur regional, auch bundesweit gelten die waldhessischen Jugendlichen nunmehr seit Jahren als Vorzeigeobjekt überaus erfolgreicher musikalischer Jugendarbeit, unterstrich der neue Schulleiter Karsten Backhaus in seinem Grußwort anlässlich der Jahreshauptversammlung.

Der Förderverein sei in diesem Zusammenhang ein unverzichtbarer Partner, betonte Ulli Meiß als Vorsitzender und gleichzeitig musikalischer Chef der Ensembles. Er wies in seinem Jahresbericht auf die in Bad Hersfeld und der Region im vergangenen Jahr erfolgreich veranstalteten Konzerte hin. Als herausragendes Ereignis nannte er das Abschlusskonzert der Bad Hersfelder Festspiele, das die Jugendlichen nun schon seit 14 Jahren zur Freude vieler Waldhessen traditionell gestalten und dem im letzten Jahr an zwei Tagen rekordverdächtige 2800 Besucher beiwohnten.

Mehr noch: Weihnachten musste gar ein drittes zusätzliches Konzert angeboten werden, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. Mit Konzertreisen nach England und Vietnam habe man zudem pädagogisch wertvolle Unternehmungen unterstützen können.

Auf dem Fahrplan 2012 steht unter anderem eine Konzertreise des Chors nach Island. Höhepunkt wird dabei ein Konzert im Opernhaus der Hauptstadt Reykjavik sein. Und freuen darf sich die große Fangemeinde der Obersberger auch wieder auf das Abschlusskonzert der Bad Hersfelder Festspiele, das aufgrund der großen Nachfrage wieder zweimal stattfindet, nämlich am Samstagabend, 25. August, und am Sonntagnachmittag, 26. August, in der Stiftsruine. Der Kartenvorverkauf beginnt im Mai.
Um sich auf dieses Ereignis intensiv vorzubereiten, fährt der Chor vor den Sommerferien eine Woche lang auf die deutsche Hochsee-Insel Helgoland. Anfang November gibt es dann noch einen absoluten musikalischen Leckerbissen: Ein Konzert zum Thema „Filmmusik“ in der Bad Hersfelder Stadthalle.

Über alle Vorhaben, Kartenvorverkaufstermine und Möglichkeiten, die Jugendlichen über den Förderverein durch Spenden oder aber auch eine Mitgliedschaft zu unterstützen, gibt es jede Menge Infos auf den Homepagen der Ensembles unter www.mso-schulchor.de und www.mso-blechblaeser.de. Wer direkt regelmäßige Informationen vom Chor und den Bläsern erhalten möchte, kann sich im Übrigen mit einer kurzen E-Mail an chorleiter@mso-schulchor.de für den Erhalt des kostenlosen Newsletter eintragen.

Dreimal Begeisterung für Ulli-Meiß-Musiker

Zwei Stunden teils besinnliche, teils schwungvoll-mitreißende Einstimmung auf Weihnachten bot am Wochenende die „Musikalische Vesper zum Advent“ in der Bad Hersfelder Stadtkirche. Gleich dreimal füllten der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg sowie das Blechbläserensemble der Obergsberg-Schulen und der Konrad-Duden-Schule unter der Leitung von Ulli Meiß das Gotteshaus. Das Programm war erneut eine gelungene Mischung von Klassikern und unbekannteren Stücken. Am Ende gab’s unter tosendem Beifall des Publikums auch Blumen für den Dirigenten (Foto).

Ein musikalisches Weihnachtsgeschenk

Musikalische Vesper zum Advent in der Ev. Stadtkirche Bad Hersfeld-Chor und Blechbläser-Ensemble der MSO gaben Zusatzko

Von GUDRUN SCHMIDL

Bad Hersfeld Alle Jahre wieder leider nicht, aber in jedem zweiten Jahr laden die Obersberg-Chöre sowie das Blechbläser-Ensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und Konrad-Duden-Schule unter der Leitung von Ulli Meiß zu einer musikalischen Vesper zum Advent in die evangelische Stadtkirche in Bad Hersfeld ein.

Dieses Jahr war es wieder so weit, und weil die Nachfrage nach Karten für zunächst zwei angekündigte Konzerte deutlich höher war als das Kontingent, sangen und spielten sich die Sängerinnen und Sänger und die Blechbläser dreimal in die Herzen ihres Publikums vor jeweils vollem Gotteshaus.

„Wir hatten viel Spaß bei der intensiven Vorbereitung, denn wir lieben die Konzerte in der Stadtkirche“, versicherte Ulli Meiß. Das war bei jeder souverän gesungenen und gespielten Note deutlich zu spüren.
Konzentriert, diszipliniert und wie immer meisterhaft sang der Chor mit glockenklaren Stimmen bekannte und weniger bekannte deutsche und internationale Weihnachtslieder wie „Vom Himmel hoch, o Engel kommt“, „O Tannenbaum“ oder das frenetisch umjubelte „Cantique Noel“, bei dem Jacqueline Hartwig als Solistin brillierte.

Alle Solistinnen und Solisten überzeugten mit überdurchschnittlichen Leistungen, namentlich genannt sei Anastasia Boksgorn, die mit ihrem Geigenspiel auch bei „Star of Bethlehem“ für himmlische Töne sorgte. Die leistungsstarken Blechbläser eröffneten ihr Programm mit dem „Dreikönigsmarsch“, luden zum rhythmischen Klatschen bei „Rudolph the Red Nosed Reindeer“ ein und begeisterten gemeinsam mit dem Chor mit „Jingle bells“ und dem John-Lennon-Weihnachtssong „Happy Xmas“.

Das zweistündige mit stehenden Ovationen gefeierte festliche Programm der Extraklasse wurde nicht nur im Altarraum, sondern in der gesamten Kirche präsentiert: Gesangssolisten und Trompeter auf der Empore und Chormitglieder inmitten des Publikums, dazu der traditionelle Auszug aus der Kirche. Was bei der allgemeinen vermeintlich besinnlichen Dauerbeschallung in diesen Wochen meistens nicht gelingt, haben Ulli Meiß, sein Chor und die Blechbläser bei dieser musikalischen Vesper vorbildlich geschafft – auf Weihnachten einzustimmen.

Weihnachtliche Melodien zur Markt-Eröffnung

Es ist lieb gewordene Tradition, dass der von Ulli Meiß dirigierte Chor der Obersberg-Schulen und anschließend auch die Blechbläser zur Eröffnung des Bad Hersfelder Weihnachtsmarktes singen und spielen – und so war es auch gestern Abend (Foto). Von der Bühne erklangen bekannte Melodien wie „O Tannenbaum“ und „Joy to the World“. Im offiziellen Teil würdigte der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, Hotelier Achim Kniese, die verbesserte Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung-nicht nur bei der Organisation des Weihnachtsmarktes. (ks) Foto: Schönholtz

In brütender Hitze auf Tour

Obersberg-Blechbläser in Vietnam: Eindrücke aus dem Mekong-Delta

Ho Chi Minh-Stadt Mit Neugier und sportlicher Ausdauer erkundete das Blechbläserensemble der Modellschule Obersberg aus Bad Hersfeld die vietnamesische Naturlandschaft.
Nach einer Bootstour auf dem Mekong, bei der die Schülerinnen und Schüler das Leben und wirtschaftliche Treiben der Bevölkerung in ihren Hausbooten auf dem größten Fluss Südostasiens beobachteten, ging es anschliessend per Fahrrad auf einer entlegenen Insel weiter.

In brütender Hitze traten die Obersberger auf den verschlungenen Pfade des mächtigen Mekong-Deltas kräftig in die Pedale, um hautnah aussergewöhnliche Eindrücke zu sammeln.

Abseits der städtischen Zivilisation wohnen dort freundliche Großfamilien in einfachen Behausungen. Diesen bescheidenen persönlichen Verhältnissen der Menschen steht auf der anderen Seite die atemberauende Insellandschaft gegenüber mit ihrem verschwenderisch anmutenden Reichtum an Pflanzen und Früchten.

Nach fünf bejubelten Konzerten fliegt das junge Blasorchester heute voller Vorfreude 1700 Kilometer in den Norden, in die vietnamesiche Hauptstadt Hanoi, und wird in der kommenden Woche rechtzeitig zum Lullusfest wieder in Bad Hersfeld eintreffen.

Sofort an die Instrumente

Blechbläserensemble hatte seinen ersten Auftritt in Vietnam kurz nach der Landung

Ho-Chi-Minh-Stadt Seinen ersten Auftritt zu Beginn der exotischen Konzertreise nach Vietnam hat das Blechbläserensemble der MSO, GSO und KDS unter der Leitung von Ulrich Meiß nur wenige Stunden nach der Landung in der südvietnamesischen Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals Saigon) bereits absolviert. Im feierlichen Rahmen hatte der Generalkonsul Conrad Cappell zum offiziellen Empfang anlässlich des Tags der Deutschen Einheit vietnamesische Diplomaten und Wirtschaftsvertreter deutscher Unternehmen eingeladen. Die jungen Bad Hersfelder sorgten für die musikalischen Glanzstücke – das feierliche Hymnenzeremonial beider Länder inbegriffen.

Wie sich ziemlich schnell herausstellte, waren die Obersberger nicht die einzigen Vertreter der Region: Der Generalkonsul Cappell stammt aus Vacha, Dr. Paul Weinig, Leiter des Goethe-Instituts in Vietnam, aus Gersfeld in der Rhön, und Borries Plans, als geladener Wirtschaftsvertreter, wuchs in der Gemeinde Hauneck, im Ortsteil Oberhaun, auf. Er ist letztendlich auch Dreh- und Angelpunkt der Reise. Die HZ berichtete im letzten Jahr über die Hochzeitspremiere in der Stiftsruine und sein neues Lebensdomizil in Südostasien. Ulli Meiß erinnerte sich an seinen ehemaligen Musikschüler, sodass die beiden mit dem Goethe-Institut vor Ort rasch Kontakt aufnahmen, um die Reise zu organisieren.

Bad Hersfelds Weltenbummler haben sich sehr schnell eingewöhnt und genießen den Aufenthalt und die kulinarischen Spezialitäten, wie Ulrich Meiß berichtet. Gewöhnungsbedürftig ist jedoch die subtropische Hitze mit einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 90 Prozent, was ein häufiges Wechseln der Kleidung erfordert. In den nächsten Tagen stehen weitere Konzerte, Begegnungen mit vietnamesischen Studenten von der Deutsch-Vietnamesischen Universität und Ausflüge, zum Beispiel ins Mekong-Delta, an.

Hochgenuss zum Schluss

Umjubelte Abschlusskonzerte der 61. Bad Hersfelder Festspiele

Von Gudrun Schmidl

Bad Hersfeld „Das ist Rekord. Die Stiftsruine ist an beiden Tagen restlos ausverkauft“, freute sich Ulli Meiß. Der Chor und das Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und Konrad-Duden-Schule haben unter seiner Leitung auch in der Festspielsaison 2011 mit dem Abschlusskonzert für Begeisterung gesorgt.

„Mit ihrem Konzertticket unterstützen sie unsere Jugendarbeit“, begründete Meiß sein Engagement für die Stadt Bad Hersfeld und ergänzte: „Dieses Verhältnis zu Bad Hersfeld stimmt ganz einfach“. Volles Engagement haben er, knapp 100 Sängerinnen und Sänger sowie 30 Musiker schon bei der intensiven Vorbereitung auf das Konzert gezeigt, bei dem sie aufgrund des großen Erfolges in 2010 noch einmal das Thema Liebe reflektierten. Das mit vielen Glanzpunkten und musikalischen Überraschungen gespickte Programm eröffneten Chor und Blechbläser mit der Filmmusik „Conquest of Paradise“, bei der Gänsehaut-Feeling garantiert ist.

Mit traditionellen Volksliedern wie „Das Lieben bringt groß‘ Freud“ und „Du, du liegst mir im Herzen“, dem Scherzlied „So geht es im Schnützelputzhäusel“ aus dem 18. Jahrhundert, „Memory“ aus dem Musical „Cats“ und einem ABBA-Medley zeigte der Ausnahmechor die ganze Bandbreite seines Könnens.
Der Chor kann aber auch mit herausragenden Solisten wie Marisa Linß und Martin Kammandel aufwarten, die bei „Barcarole“ aus der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ den romantischen Solopart übernahmen.

Michael Maiwald brillierte mit dem Toreador Song aus „Carmen“, bei dem er auch sein schauspielerisches Talent ausleben konnte. „Schauspiel und Oper in einem – ohne Zank und Streit“, witzelte Ulli Meiß, der bei diesem Konzert auch als Tänzer, Trompeter und Sänger zur persönlichen Höchstform auflief. Er komplettierte die „Comedian Harmonists“, die sich mit „Ich hab das Fräulein Helen baden sehn“ als echte Machos präsentierten, mit dem Lied „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ aber gleich um Wiedergutmachung winselten.

Ein witziger Einfall, der allerdings von der modernen intelligenten Lösung, fehlende „Aida-Trompeten“ durch Gartenschläuche zu ersetzen, übertroffen wurde. Björn Diehl, Thorsten Gräf und Dirk von Sierakowsky nahmen bei der Hymne und dem Triumphmarsch aus „Aida“ die Herausforderung an, die richtigen Töne zu treffen. Bei dieser Hymne trumpfte das großartige Blechbläserensemble besonders auf, das auch für seine glanzvolle Präsentation von „Salomé“ und „Granada“, „Viva la vida“ und „Go West“ mit donnerndem Applaus belohnt wurde. Einen musikalischen Leckerbissen servierte Anastasia Boksgorn mit ihrem beeindruckend schnellen „Csárdás-Geigensolo“. Um eine Zugabe kam sie nicht herum. Die Klavierbegleitung übernahmen einfühlsam wie immer Silke Pfannkuch und Anne Rill.

Bei diesem Konzert gab es nur einen Wermutstropfen und das waren dicke Regentropfen, die nahezu unaufhörlich auf die Bühne prasselten. Wir haben das Lied „Es geht ein dunkle Wolk’ herein“ zu oft geübt, bedauerte Ulli Meiß seine „Mitschuld“ an dem schlechten Wetter.

Appelwoi für Obersbergbläser

Hersfelder Musiker zu Gast in der hessischen Landesvertretung in der Hauptstadt

Berlin Keine Berührungsängste zeigte das Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule mit ihrem Chef Ulli Meiß. Die hessische SPD hatte zum traditionellen Apfelwein-Anstich in die hessische Landesvertretung nach Berlin eingeladen und suchte ein qualitativ hochwertiges Ensemble, das die erlesenen Gäste aller Couleur mit allerlei musikalischen Kostbarkeiten zu verwöhnen bereit war. Dass die Musik an diesem Abend aus seinem Wahlkreis kam, erfüllte vor allem Partei-Generalsekretär Michael Roth mit Stolz, der auch die Idee hatte, die weltbereisten Obersberger in die Bundeshauptstadt einzuladen.

Für die wiederum war es eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag und gleichzeitig doch fast wieder wie Unterricht, bot doch Berlin eine Fülle an Möglichkeiten, sich mit der jüngeren deutschen Geschichte an Originalschauplätzen auseinanderzusetzen.

Apropos Geschichte und doch noch nicht: Ex-Außenminister Walter Steinmeier als prominenter Gast der Veranstaltung dürfte seinem überschwänglichen Lob nach zu urteilen nun ebenfalls zum engeren Fankreis der Hersfelder gehören.

Auftritt in der Royal Albert Hall

Förderverein der Blechbläser und Chöre von Obersberg und KDS stellt Programm 2011 vor

Bad Hersfeld In unveränderter Besetzung geht es weiter: Ulli Meiß als erster Vorsitzender, Karsten Backhaus als zweiter und Dirk von Sierakowsky als Schriftführer werden auch weiterhin dem gemeinnützigen „Verein der Freunde und Förderer des Blechbläserensembles und des Chores der Modell- und Gesamtschule Obersberg und Konrad-Duden-Schule vorstehen.

Nicht nur regional, auch bundesweit gelten die waldhessischen Jugendlichen seit Jahren als Vorzeigeobjekt überaus erfolgreicher musikalischer Jugendarbeit, unterstrich Schulleiter Karl Weber in seinem Grußwort anlässlich der Jahreshauptversammlung. Der Förderverein sei in diesem Zusammenhang ein unverzichtbarer Partner, betonte Ulli Meiß als Vorsitzender und gleichzeitig musikalischer Chef der musikalischen Ensembles. Er wies in seinem Jahresbericht auf die in Bad Hersfeld und der Region im vergangenen Jahr erfolgreichen Konzerte hin. Als herausragendes Ereignis nannte er das Abschlusskonzert der Bad Hersfelder Festspiele, das die Jugendlichen schon seit 13 Jahren zur Freude vieler Waldhessen traditionell gestalten und das im letzten Jahr an zwei Tagen rekordverdächtige 2800 Besucher erlebt haben.

Mit Konzertreisen nach Norwegen und Namibia habe man zudem viele pädagogisch wertvolle Unternehmungen unterstützen können. Auf dem Fahr¬plan 2011 steht unter anderem eine Konzertreise des Chors nach England. Höhepunkt wird dabei die Aufführung von Haydns „Schöpfung“ gemeinsam mit anderen Chören von der britischen Insel in der berühmten Royal Albert Hall in London sein.

Und freuen darf sich die große Fangemeinde der Obersberger auch wieder auf das Abschlusskonzert der Bad Hersfelder Festspiele, das aufgrund der großen Nachfrage erneut zweimal stattfindet, nämlich am Samstagabend, 27. August, und am 28. August Sonntagnachmittag in der Stiftsruine. Der Kartenvorverkauf beginnt im Mai. Um sich auf dieses Ereignis intensiv vorzubereiten, fährt der Chor vor den Sommerferien eine Woche lang ins Trainingslager auf die Ostseeinsel Rügen. Und auch Weihnachten gastieren die Obersberger am 2. Advent wieder in der Stadtkirche.

Über alle Vorhaben, Kartenvorverkaufstermine und Möglichkeiten, die Jugendlichen über den Förderverein durch Spenden oder aber auch eine Mitgliedschaft zu unterstützen, gibt es jede Menge Infos auf den Homepages der Ensembles unter www.mso-schulchor.de und www.mso-blechblaeser.de.

Adventskonzert noch mal erleben

Obersberg-Chor und Bläser veröffentlichen CD

Bad Hersfeld Erstmals seit vielen Jahren ist wieder eine Tonaufnahme vom Chor und Blechbläser-Ensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule erhältlich. Es handelt sich dabei um den Live-Mitschnitt der letztjährigen „Musikalischen Vesper zum Advent“ aus der Stadtkirche Bad Hersfeld.

Vorgesehen war die Aufnahme eigentlich nur zur internen Verwendung, aber letztendlich haben die vielen Fans und ihre unermüdlichen Nachfragen nach einem Tonträger Dirigent Ulli Meiß von dem neuen Projekt überzeugt. Also setzte er sich in den Herbstferien mit Tontechniker Christian Bauer vom Hersfelder Studio Reversio zusammen, um in mühsamer Kleinarbeit die Aufnahmen zu bearbeiten, heißt vor allem störende Geräusche wie Huster und dergleichen herauszufiltern oder Lautstärken der in der Stadtkirche unterschiedlich postierten Sängergruppen anzugleichen.

Eindringliche Melodien wie das melancholische „Maria durch ein Dornwald ging“, der schöne Violinsolopart bei „Star of Bethlehem“ oder die schwungvollen Bläserklänge beispielsweise beim Evergreen „Sleigh Ride“ dürften allen Besuchern noch in bester Erinnerung sein.

Jedoch nicht alles konnte letztendlich für die Nachwelt konserviert werden. Technisch unmöglich war es zum Beispiel, das von den sich im gesamten Kirchenschiff platzierten Sängern intonierte „Es ist ein Ros entsprungen“ auf Band zu bringen.

Aber fast alle anderen Titel der Konzerte sind dabei und bieten die Gelegenheit, sich noch einmal die Stimmung der „Musikalischen Vesper“ in Erinnerung zu rufen oder einfach nur schöne Advent- und Weihnachtsmusik der Schülerinnen und Schüler vom Obersberg zu hören.

Die CD ist ab sofort für 12 Euro über die Hoehlsche Buchhandlung in der Weinstraße und der City-Galerie, über das Optikgeschäft Schöberlein in Bad Hersfeld und Rotenburg sowie über das Modenhaus Helmerich in Heringen erhältlich.

Doppelte Begeisterung

Zweimal ausverkaufte Stiftsruine bei den Abschlusskonzerten der Festspiele

Von GUDRUN SCHMIDL

BAD HERSFELD „Wir wollen über die Liebe philosophieren“, erklärte Ulli Meiß das musikalische Programm, das er mit dem Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg und dem Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und Konrad-Duden-Schule einstudiert hatte.

 Zweimal „volles Haus“ am Samstag und am Sonntag, insgesamt 2800 Zuhörer, waren für ihn und alle Mitwirkenden auf der Bühne das schönste Geschenk. „Jeder von Ihnen ist für uns ein Ehrengast“, versicherte er seinem Publikum.

Ein letztes Mal
Den Hausherrn, Bürgermeister Hartmut H. Boehmer, begrüßte er ein letztes Mal in seinem Amt, verbunden mit einem großen Dank für alles, was er für den Chor getan hat. Chor und Blechbläser gemeinsam eröffneten das Konzert mit „Also sprach Zarathustra“, bevor sich der wiederum stark verjüngte Chor mit einer Auswahl von wunderschönen, „liebenswerten“ Volksliedern präsentierte. Sehr gefühlvoll „Der Abschiedsgruß“, eine Klasse für sich „Die Vogelhochzeit“ mit „Kyrieleis“ und „Band“. „Wir haben lange dran geübt“, verriet Ulli Meiß. Chor und Orchester haben sich überhaupt sehr intensiv auf dieses Konzert vorbereitet. Selbst am Freitag schlossen sie erst um 24 Uhr völlig durchgefroren die Tür der Stiftsruine zu. Kein Wunder, dass einige Sängerinnen zur Rettung der Stimme dicke Schals um den Hals geschlungen hatten. Besonders der Regen machte bei den letzten Proben allen Beteiligten zu schaffen. Auch den Balletttänzerinnen der Tanzschule Fründ, für die der zauberhafte Auftritt bei „Die gute alte Walzerzeit“ im Grunde die Generalprobe war.

Das alles tat der herausragenden Qualität des Programms aber überhaupt keinen Abbruch, welches mit Klassikern wie „Hallelujah“ von Leonard Cohen, dem Dauerbrenner „Die Juliska aus Budapest“, mit „The Typewriter“ und dem schon traditionellen Auftritt der „Comedian Harmonists“ aufwarten konnte.
Alle Solistinnen und Solisten überzeugten mit sehr guten Stimmen und ihrem eindrucksvollen Gesang. Stellvertretend namentlich genannt sei Anne Rill, die bei „Adiemus“ eindrucksvoll den Solopart übernahm, und Tatjana Beyer, die mit viel Koketterie „In der Nacht“ vortrug. Die 18-jährige Jacqueline Hartwig und der zwei Jahre ältere Martin Kammandel wurden für ihr Duett bei „Lippen schweigen“ mit donnerndem Applaus belohnt – ein Ohrwurm, bei dem sie von den Blechbläsern begleitet wurden.

Tanz links und rechts
Diese begeisterten auch mit dem „Second Waltz“, einem „Gummi Mambo“, „Viva la Vida“ von Coldplay, „YMCA“ und weiteren Pop- und Rocksongs, bei denen die Chormitglieder rechts und links auf der Bühne tanzend die Stimmung anheizten. Zwei volle Stunden lang schwelgten die begeisterten Zuhörer aller Altersklassen in Erinnerungen, denn es war für alle aus jedem Jahrzehnt etwas dabei. Mit dem Klassiker „Music“ von John Miles verabschiedeten sich Chor und Blechbläser und wurden mit stehenden Ovationen für ihre glanzvolle Leistung belohnt. Ein wahrhaft würdiger Abschluss der 60. Bad Hersfelder Festspiele.

Die beiden Seiten Afrikas

Blechbläserensemble von Bad Hersfelder Schulen auf Konzertreise in Namibia

Von THORSTEN GRÄF

BAD HERSFELD. Musik verbindet Menschen, überwindet Grenzen und ermöglicht Jugendlichen, wertvolle Erfahrungen in einer sich zunehmend globalisierenden Welt zu sammeln.
Den Beweis hierfür traten 25 Musiker des Blechbläserensembles der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule an, als es zu Beginn der Sommerferien Koffer packen hieß: Ihr Ziel war Afrika womit ein außergewöhnlicher Traum in Erfüllung ging.

 Die exquisite Einladung kam von der Deutschen Höheren Privatschule in Windhoek, der Hauptstadt Namibias, welche die jungen Waldhessen allerdings erst eine Woche nach der Landung auf dem schwarzen Kontinent erreichten.

Abenteuer pur
Denn zunächst war sieben Tage lang Abenteuer pur angesagt. Mit einem geländetauglichen Bus ging es über 2600 Kilometer auf Sand- und Geröllpisten quer durch das südafrikanische Land, um es von seinen faszinierendsten Seiten kennen zu lernen. Im Etosha-Nationalpark sah man wildlebende Elefanten und Giraffen, trauten sich Löwen in die Nähe des Busses und säumten riesige Zebraherden die endlosen Weiten der Steppe.
In der Namibwüste erklommen die Schülerinnen und Schüler die berühmte Riesendüne im Sossusvlei und ließen sich von der Wüste als einzigartigem Naturwunder vereinnahmen.

Deutsche Namen
Gut verstaut im Gepäckraum des Busses zwängten sich die Instrumente, denn näherte man sich zwischendurch der Zivilisation, war Konzert angesagt. So zum Beispiel in der Hafenstadt Swakopmund, die ihre deutsche Kolonialzeit nicht verleugnen kann: Noch immer gibt es deutsche Straßennamen und manch eine Bäckerei heißt denn auch noch so. Den Erlös des begeistert aufgenommenen Konzertes spendeten die Obersberger der örtlichen, von schwarzen Jugendlichen besuchten Swakopmund High School.
Aber auch das andere Afrika lernten die Hersfelder kennen: Die vielen sozialen Probleme mit hoher Arbeitslosigkeit, eine schwindelerregende Aidsrate und immer noch eine verdeckte Apartheid.
In der zweiten Woche folgte dann der Aufenthalt in Windhoek, wo man in Gastfamilien untergebracht war. Verschiedene musikalische Aktivitäten mit der Big Band der Schule standen im Vordergrund, und beim gemeinsamen Konzert gab es tosenden Applaus vom einheimischen Publikum.

Unterricht in der Realität
Der musikalische Leiter der Gruppe, Ulli Meiß, zieht ein besonderes Fazit: Neben den gefeierten musikalischen Erfolgen war die Reise einmal mehr in die Wirklichkeit hinaus verlängerter Unterricht an Originalschauplätzen, die man sonst nur aus Schulbüchern kennt.
Und stolz sind seine Jugendlichen, dass sie sich die Faszination Afrika durch hartes musikalisches Arbeiten und vorbildhaftes diszipliniertes Verhalten selbst erarbeitet haben. Auch das gehört mit zum musikalisch-pädagogischen Konzept.

Schul-Blechbläser geben Konzerte unter Palmen

Grüße aus dem afrikanischen Namibia hat Bandleader Ulli Meiß (rechts im Bild) geschickt, der zur Zeit mit 27 Musikern des Blechbläserensembles der Modell- und Gesamtschule Obersberg sowie der Konrad-Duden-Schule auf Einladung der Deutschen Höheren Privatschule in Windhoek in dem Land unterwegs ist.

 Am Freitag stand ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten einer einheimischen Schule in Windhoek auf dem Programm. „Große Kartennachfrage, überall Plakate in der Stadt“, meldete Ulli Meiß im Telegrammstil. Auch das Bild oben entstand in Windhoek.

Nach Norwegen und Namibia

Förderverein der Blechbläser und Chorsänger unterstützt Auslandsreise-Projekte

BAD HERSFELD. Bad Hersfeld. In unveränderter Besetzung geht es in 2010 weiter: Ulli Meiß als erster Vorsitzender, Karsten Backhaus als zweiter und Dirk von Sierakowsky als Schriftführer werden auch in diesem Jahr dem gemeinnützigen ?Verein der Freunde und Förderer des Blechbläserensembles der Modell- und Gesamtschule Obersberg und Konrad-Duden-Schule und des Chores der Modell- und Gesamtschule Obersberg? vorstehen.
Musikalisches Vorzeigeobjekt
Man habe über den Verein bisher viel für die beiden musikalischen Formationen tun können, unterstrich Schulleiter Karl Weber in seinem Grußwort anlässlich der Jahreshauptversammlung. Nicht nur regional, auch bundesweit gelten die waldhessischen Jugendlichen seit Jahren als Vorzeigeobjekt überaus erfolgreicher musikalischer Jugendarbeit.

Sie packen gemeinsam an bei Wind und Wetter: Karsten Backhaus, Dirk von Sierakowsky und Ulli Meiß. Foto: privat

Der Förderverein sei in diesem Zusammenhang ein unverzichtbarer Partner, der mit garantieren helfe, dass dies auch in Zukunft gewährleistet sei, betonte Ulli Meiß als Vorsitzender und gleichzeitig musikalischer Chef der Ensembles. Er wies in seinem Jahresbericht auf die in Bad Hersfeld und in der Region im vergangenen Jahr erfolgreich veranstalteten Konzerte mit über 4000 Zuhörern hin. Als herausragendes Ereignis nannte er das Abschlusskonzert der Bad Hersfelder Festspiele, das die Jugendlichen nun schon seit zwölf Jahren zur Freude vieler Waldhessen traditionell gestalten, sowie die ?Musikalischen Vespern zum Advent? in der Stadtkirche.
Mit Konzertreisen unter anderem nach Finnland habe man zudem viele pädagogisch wertvolle Unternehmungen unterstützen können, die den Schülerinnen einzigartige interkulturelle Erfahrungen ermöglicht haben.
International vielseitig geht es auch in diesem Jahr weiter. Auf dem Fahrplan der Ensembles stehen Projekte in Norwegen und Namibia. Und freuen darf sich die große Fangemeinde der Obersberger auch wieder auf das Abschlusskonzert der Festspiele, das dieses Mal aufgrund der großen Nachfrage wieder zweimal stattfindet, nämlich am Samstagabend, 28. August, und am 29. August Sonntagnachmittags in der Stiftsruine.
Um sich auf darauf intensiv vorzubereiten, fährt der Chor vor den Sommerferien eine Woche lang ins Trainingslager.
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Über alle Vorhaben, Kartenvorverkaufstermine und Möglichkeiten, die Jugendlichen über den Förderverein durch Spenden oder aber auch eine Mitgliedschaft zu unterstützen, gibt es jede Menge Infos auf den Homepages der Ensembles unter www.mso-schulchor.de und www.mso-blechblaeser.de. Wer direkt regelmäßige Informationen vom Chor und den Bläsern erhalten möchte, kann sich im Übrigen mit einer kurzen E-Mail an chorleiter@mso-schulchor.de für den Erhalt des kostenlosen Newsletter eintragen.

Choräle und Schlittenlieder

Adventskonzert: Obersberg-Chor und Blechbläser wurden vom Publikum gefeiert

Von PETER LENZ

BAD HERSFELD. Es war sicher der ergreifendste Moment in einem an Glanzpunkten und musikalischen Überraschungen reichen Konzert, als am Samstagabend in der Bad Hersfelder Stadtkirche der Chor der Modellschule Obersberg eine besonders feierliche Versiondestraditionellen Weihnachtsliedes „Es ist ein Ros entsprungen“ anstimmte. Die hellen Stimmen der zehn Frontsängerinnen und -sänger schwebten auf einem auf- und abschwellenden Klangteppich, den die übrigen Chormitglieder, postiert an beiden Seiten des Kirchenschiffs, wie eine mystische Klosterhymne über dem Raum ausbreiteten.

Bewegend war auch das Finale, als die jungen Leute nach mehreren Zugaben mit dem spanischen Gesang „Santo, santo, mi corazon te adora“ auf den Lippen durch den Mittelgang der Kirche ins Freie schritten und dort ihre noch immer sprachlosen Zuhörer mit einem Spalier aus brennenden Kerzen empfingen.

Die mitreißenden Chorvorträge wechselten sich ab mit dem vollen, brausenden Orchestersound des Blechbläserensembles von Obersberg und Konrad-Duden-Schule. Aber es waren nicht nur die traditionellen Weisen und feierlichen Kompositionen, mit denen Studiendirektor Ulli Meiß und seine jugendlichen Mitstreiter ihre „musikalische Vesper zum Advent“ gestalteten. Die heiter-fröhliche Seite der Weihnachtszeit offenbarte sich in Liedern wie der Petersburger Schlittenfahrt oder dem unverzichtbaren „Jingle Bells“, im Schlittschuhläufer-Walzer und im Lied vom rotnasigen Rentier Rudolph.
Bei diesen Nummern kam das vielseitige Arsenal von Geräuschwerkzeugen des sichtlich gut gelaunten Schlagzeugers Matthias Riedl zum Einsatz.
Ein „Ohrwurm“ im besten Sinne war in der Instrumentalabteilung der „Star of Bethlehem“ aus dem Soundtrack des Films „Home Alone“, bei dem Anastasia Boksgorn als Violinen-Solistin brillierte. Sie ließ sich auch nicht aus dem Takt bringen, als um sie herum der Chor einen Stellungswechsel vollzog.

International

Lieder und Bläserstücke aus Frankreich, Österreich, aus England und Venezuela oder das anspruchsvolle „Ave Maria“ aus Italien unterstrichen den internationalen Charakter des Weihnachtsfestes und gaben Gelegenheit für den Auftritt von Solistinnen und Solisten.

Dirigent Ulli Meiß präsentierte die Mitwirkenden nicht nur statisch im Chorraum, sondern ließ die Sängerinnen und Sänger gruppenweise ausschwärmen in Gänge und auf Emporen und von dort singen.

Mehrere heimtückische Stämme von Bakterien und Viren hätten im Vorfeld vergeblich versucht, den Chor lahmzulegen, sagte Meiß bei der Begrüßung der Zuhörer in der komplett gefüllten Stadtkirche. Immerhin hatte der Obersberg-Chor den Auftritt zur Eröffnung des Bad Hersfelder Weihnachsmarkts absagen müssen, und am Samstagabendfehltennochimmer zehn Mitwirkende.
Mit unermüdlichem Probenfleiß wurde allerdings die Krise überwunden. Die letzte Probe in der Stadtkirche endete erst nach 0 Uhr am Samstag.

Der Einsatz hat sich offenkundig gelohnt: Ein begeistertes Publikum feierte Chor und Bläser am Ende mit minutenlangem Beifall, nachdem schon zwischendurch reichlich applaudiert worden war. Am Sonntagnachmittag wurde das Konzert wiederholt.

Jetzt geht’s los: Ab Freitag gibt es Karten

Der Kartenvorverkauf für das große Konzert „Musikalische Vesper zum Advent“ beginnt Freitag, 30. Oktober über die Kartenzentrale am Markt (06621/201360). Traditionell laden der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg und das Blechbläserensemble der Modellschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule unter der Leitung von Ulli Meiß zu dem nur alle zwei Jahre stattfindenden Event in die Bad Hersfelder Stadtkirche ein. Aufgrund der großen Nachfrage findet das Konzert auch in diesem Jahr gleich zweimal statt: Am Samstag, den 5. Dezember geht es um 19.30 Uhr los, am Sonntag, den 6. Dezember um 16 Uhr und es gibt nummerierte Platzkarten. Auf dem Programm der über 100 Schülerinnen und Schüler steht eine bunte Mischung aus traditionellen deutschen Weihnachtsliedern und vielen internationalen Melodien. Solistische Darbietungen sind dabei und viele Höhepunkte, an denen zurzeit noch gefeilt wird. Unser Foto entstand bei den Proben am vergangenen Wochenende.

Über die Liebe philosophiert

Ausverkauft: Zuschauer genossen zwei großartige Schüler-Konzerte in der Stiftsruine

Von VERA HETTENHAUSEN

BAD HERSFELD. Ulli Meiß stand inmitten der Musiker und Sänger auf der Bühne der Stiftsruine und atmete sichtlich ganz tief durch. Soeben war der als Schlusslied für das Abschlusskonzert der Festspiele geplante Toreador-Song erklungen, da erhob sich in der voll besetzten Ruine wieder tosender Applaus. Die Mitwirkenden hatten es geschafft, ihr Publikum restlos zu begeistern. Deshalb sollte dieses schöne Konzert auch noch nicht zu Ende sein, „Music was my first love“ hieß der Titel, mit dem sich alle endgültig verabschiedeten und der sicherlich als ein Bekenntnis ausgesucht worden war.

120 Akteure

40 Musiker des Blechbläserensembles der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule sowie etwa 80 Mitglieder des Chores der MSO und GSO hatten unter der Leitung von Ulli Meiß über zwei Stunden lang ein beeindruckendes Repertoire präsentiert, dessen Spektrum von Oper, Operette, Popsong bis hin zum Jazz und zu Volksliedern reichte.

Fast alle Stücke waren neu einstudiert worden. „Es war eine Höchstleistung der Akteure, alles auswendig und mit einer Leichtigkeit zu präsentieren“, lobte Meiß. Unzählige Probenstunden in den Ferien seien nötig gewesen. Die haben sich aber gelohnt, denn „dies war das anspruchsvollste Programm, was wir bisher hatten“, sagte Meiß. Er lud seine Gäste ein, „musikalisch über die Liebe zu philosophieren“.
Die Musikstücke spiegelten die große Bandbreite der Gefühle, wenn es um das Thema „Liebe“ geht, wider. Sie waren romantisch, verträumt, beschwingt und lustig, aber auch melancholisch, traurig und bissig. Viele solistische Beiträge waren glanzvolle Höhepunkte des Programms.
Originelle Darbietungen wie zum Beispiel der Volkslieder „Wenn Bettelleute tanzen“ und „Als wir jüngst in Regensburg waren“ sorgten für Heiterkeit. Humorig war auch das Arrangement eines Titels von den Comedian Harmonists, in dem es darum ging, wie „Mann“ außer einer Scheidung noch seine Frau Klara loswerden kann.

Begeistert

Großes Erstaunen brachte der „Ausflug in die Schweiz“ und das Liebeslied dreier Alphörner auf der Bühne. Bei „Mac the Knife“ schnippte das Publikum am Ende begeistert mit und das Trommelsolo bei „O When the Saints“ musste als Zugabe wiederholt werden. Seit 11 Jahren gibt es das Abschlusskonzert für die Festspiele. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal zwei Aufführungen, eine am Freitagabend und eine am Samstagnachmittag, angeboten, weil die Nachfrage so groß war. Dass dies eine richtige Entscheidung war, belegt die große Zuschauerzahl. Etwa 2700 Gäste wollten sich diesen musikalischen Leckerbissen nicht entgehen lassen.

Es bläst im hohen Norden

Das Blechblas-Ensemble vom Obersberg war zu Gast im finnischen Hyvinkää

BAD HERSFELD/HYVINKÄÄ. Es ist neben dem Obersbergchor Waldhessens musikalischer Exportschlager Nummer eins, erprobt auf Reisen mittlerweile fast um den ganzen Erdball: das Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg sowie der Konrad-Duden-Schule. Dieses Mal folgten die jungen Musiker einer Einladung des finnischen Chores der Tapailinna-Schule aus Hyvinkää.

Dieser Chor aus der Partnerstadt des Landkreises Hersfeld-Rotenburg gastierte bereits zweimal in Bad Hersfeld. Wiedersehensfreude gehörte also zum festen Bestandteil des Reisegepäcks und dementsprechend herzlich begegneten sich alte und neue Freunde im kalten Norden. Untergebracht in Gastfamilien entdeckten die Jugendlichen finnisches Leben und Landschaft hautnah: riesige, unberührte Wälder, beeindruckende Seenlandschaften, einsam gelegene Häuschen am See und nicht zu vergessen die für Finnland typische, traditionelle Sauna.

Pisa und alte Dampfloks

Neugierig waren alle auf das finnische Schulsystem, das immer in Verbindung mit der PISA-Studie gebracht wird und nun hautnah erlebt werden durfte. Die Begegnung mit der finnischen Kultur kam dabei keineswegs zu kurz. In Hyvinkää nahmen die Schülerinnen und Schüler aus der Lullus Stadt Originalwerke finnischer Künstler in Augenschein, um anschließend im nationalen Eisenbahnmuseum historische Dampflokomotiven zu bestaunen.

In der Hauptstadt Helsinki stand die Besichtigung des mächtigen Doms auf dem Programm, an schließend tauchte man in das maritime Flair der sich im herrlichsten Sonnenschein präsentierenden Hafenkulisse ab. Bereits am Tag zuvor hatten die Jugendlichen bei ihrem Abstecher nach Estland die baltische Hauptstadt Tallin besucht.

Musikalischer Höhepunkt war das gemeinsame Konzert mit dem Chor der Tapailinna-Schule im großen Hyvinkää-Saal. Hier konnten die jungen Waldhessen mit ihrem unverwechselbaren Brass-Sound das finnische Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Ein wenig ABBA, ein bisschen Andre Rieu und viele internationale Reißer hatte Ulli Meiß zu einem großen musikalischen Gastgeschenk verpackt. Dieses Konzert bedeutete gleichzeitig den Abschluss einer für alle Beteiligten unvergesslichen Konzertreise.

Beim nächsten Event, den beiden Abschlusskonzerten der diesjährigen Festspiele Ende August, wird diese Musik dann zwei Tage ganz den Bad Hersfeldern gehören.

Ulli Meiß-Musiker erstmals im Doppelpack

Jetzt geht’s los: Der Kartenvorverkauf für das Abschlusskonzert der 59. Bad Hersfelder Festspiele beginnt am kommenden Mittwoch, 20. Mai, über die Kartenzentrale am Markt (06621/201360). Traditionell laden der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg und das Blechbläserensemble der Modellschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule unter der Leitung von Ulli Meiß zum diesjährigen Finale in die Stiftsruine ein. Aufgrund der großen Nachfrage im letzten Jahr findet das Konzert gleich zweimal statt: am Freitag, 21. August, um 20 Uhr sowie am Samstag, 22. August, um 16 Uhr. Auf dem Programm der über 100 Schülerinnen und Schüler wird eine bunte Mischung aus traditionellen deutschen Volksliedern und vielen internationalen Melodien stehen. Solistische Darbietungen sind dabei und viele Höhepunkte, an denen zurzeit noch gefeilt wird. Bis es allerdings so weit ist, haben die jungen Künstler noch einen Marathon zu absolvieren, der da heißt: viele Proben in den nächsten Wochen und viel Freizeit opfern, damit das anspruchsvolle Programm seinen letzten Schliff erhält. Eine Woche fährt der Chor dazu ins Trainingslager auf die Nordseeinsel Helgoland, die Bläser treffen sich regelmäßig an den Wochenenden zu Intensivproben. Foto: Dirk v. Sierakowsky

Große musikalische Pläne

Jahresprogramm 2009 von Obersberg-Chor und Blechbläserensemble steht

Von MARTIN GELIERT

BAD HERSFELD. In „geschlossener Gesellschaft“ starten der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg sowie die Bläser vom Obersberg und der Konrad-Duden-Schule mit ihrem Leiter Ulli Meiß am 21. März ihre musikalischen Aktivitäten. Denn das Frühlingskonzert in der Stadthalle Bad Hersfeld findet im Rahmen der Seniorenbetreuung der Kreisstadt vor geladenen Gästen statt.

Zur Festveranstaltung „10 Jahre Bürgerstiftung“ am 31. März wollen die jungen Sängerinnen und Sänger nur wenig später mit einigen Kostproben ihres Könnens beitragen. Anfang Mai begleiten die Bläser den Rotaryclub nach Kleinsassen in die Rhön, bevor sie sich auf die weite Reise ins finnische Hyvinkää begeben, um dort in der Partnerstadt des Kreises ein Festkonzert zu geben – ein Kurztrip ins baltische Estland mit eingeschlossen.

Von nichts kommt nichts: Auch am Wochenende proben die singenden und blasenden Schützlinge von Ulli Meiß (links) für ihre zahlreichen musikalischen Vorhaben in diesem Jahr. Foto: Schott

Der Chor zeigt einmal mehr seine Verbundenheit mit der Stadt Bad Hersfeld, indem er mit Bürgermeister Hartmut H. Boehmer Anfang Juni ins tschechische Sumperk reist. Höhepunkt ist ein Festkonzert aus Anlass des 15-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Bad Hersfeld und der ostmährischen Stadt.

Musical als Modellprojekt

Am 2. Juli führt ein Teil des Chores der Modell- und Gesamtschule Obersberg gemeinsam mit dem Chor seiner Partnerschule aus dem englischen Cambridge in der Stadthalle Bad Hersfeld ein Musical auf. „Academy of Death“ heißt die mitreißende Eigenproduktion eines der englischen Musikkollegen. Dieses Projekt hat Modellcharakter für die länderübergreifende musischkulturelle Zusammenarbeit von Jugendlichen.

Und freuen darf man sich auch wieder auf das Abschlusskonzert der Bad Hersfelder Festspiele, in diesem Jahr am Samstag, 22. August, nachmittags in der Stiftsruine.

Zweites Konzert?

Aufgrund der großen Nachfrage wollen die Schülerinnen und Schüler ein zweites Konzert wahrscheinlich am Freitagabend anbieten, damit jeder der großen Fangemeinde der Obersberger einen Platz in der Ruine bekommt. Zurzeit checkt Ulli Meiß noch die Urlaubszeiten seiner Schützlinge. Um sich auf dieses Event intensiv vorzubereiten, fährt der Chor vor den Sommerferien eine Woche lang ins Trainingslager auf die Nordseeinsel Helgoland.

Reise nach Ungarn

Eine Konzertreise nach Ungarn winkt dem Chor dann im Herbst, eingeladen hat ein befreundeter Chor aus Budapest. Für die jungen Bläserinnen und Bläser steht dann noch ein besonders ungewöhnliches musikalisches und soziales Projekt an: Sie werden einer Einladung aus Äthiopien folgen. Am Hörn von Afrika wollen sie die Studenten der Musikhochschule in der Hauptstadt Addis Abeba unterstützen, die dringend Instrumente benötigen. Neben praktischer Hilfe sind Benefizkonzerte unter anderem mit bedeutenden Musikern des Landes vorgesehen.

Musik zum Advent

Besonders freut sich Ulli Meiß auf die für den 2. Advent geplanten „Musikalischen Vespern zum Advent“, wie er uns verrät. Nach einjähriger Abstinenz in der Bad Hersfelder Stadtkirche verspricht er schon jetzt ein besonders stimmungsvolles Programm.

» Alle Termine können Sie auch nachlesen unter www.mso-schulchor.de und www.mso-blechblaeser.de

Interessierte Jugendliche sind jederzeit herzlich willkommen und können sich über die Schule oder die Homepages melden.

Zum Schluss ins Königreich

Zum Abschluss ihres diesjährigen internationalen Programms reiste das Blechbläserensemble der Modellschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule mit seinem Chorleiter Ulli Meiß in die englische Grafschaft Cambridgeshire. Das Comberton Village College aus dem gleichnamigen Städtchen, direkt vor den Toren der weltberühmten Universitätsstadt Cambridge gelegen und Partnerschule der MSO und GSO, hatte zu gemeinsamen Konzerten auf die britische Insel eingeladen. Cambridge, das die 22 Bad Hersfelder Musiker intensiv erkundeten, faszinierte vorallem durch seine unzähligen Colleges – Bildungshochburgen von Weltrang, deren Mauern einen Hauch von Harry Potter vermitteln. Mit im Programm war auch eine Stadtführung durch London. Den musikalischen Höhepunkt der Reise bildete das gemeinsame Konzert mit den englischen jugendlichen in der Concert Hall des Comberton Village College, bei dem die Waldhessen einen Querschnitt ihres umfangreichen Repertoires zeigten.

„Excellent music!“ waren sich die englischen Gastgeber einig und ließen sich wie schon beim ersten Konzert in der St. Georg-Church in Cambridge aufgrund der Leistung der Obersberger zu Lobeshymnen hinreißen. Wer im Orchester von Ulli Meiß neu mitspielen und an vielen spannenden Projekten teilnehmen möchte, kann sich im Sekretariat der Obersberg-Schulen oder der KDS melden, noch sind einige Instrumente frei. Sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Musiker sind willkommen. Allgemeine Infos gibt es unter www.mso-blechblaeser.de.

Unser Foto zeigt die Hersfelder Gruppe vor dem Big Ben.

Besucher brachten Stimmung mit

Städtepartnerschaft Bad Hersfld – L’Hay-les-Roses feierte 20. Geburtstag

Von Martin Gellert

L’Hay-les-Roses 20 Jahre dauert sie bereits, die Partnerschaft mit der französischen „Stadt der Rosen“. Seit zwei Jahrzehnten sind Bad Hersfeld und L’Hay-les-Roses partnerschaftlich verbunden. Dies war Anlass genug, um mit einem festlichen Akt die Verbindung der beiden Städte zu feiern und weiter zu festigen.

Zum Geburtstag der Partnerschaft reiste nicht nur eine offizielle Delegation unter der Leitung von Bürgermeister Hartmut H. Boehmer in den Außenbezirk von Paris. Auch Ulli Meiß und sein Blechbläserensemble vom Obersberg und der Konrad-Duden-Schule sowie die Trachten- und Volkstanzgruppe Schenklengsfeld mit ihrem Leiter Werner Henkel sorgten vor Ort für die heimatliche musikalisch-kulturelle Präsenz.

Zum Auftakt gaben die Blechbläser vom Obersberg am Freitagabend im Auditorium ihr Festkonzert, begeistert von den Konzertbesuchern aus der französischen Partnerstadt empfangen. Hier wurden von den ausgezeichnet aufgelegten Bläsern unter anderem bekannte französische Schlager wie „Champs Elysees“ und „La vie en rose“ unter großem Applaus des Publikums vorgetragen.

Höhepunkt des Festwochenendes war am Samstag die Unterzeichnung der Bekräftigung der Städtepartnerschaft. In einem feierlichen Moment unterzeichneten die Bürgermeister Boehmer und Patrick Seve unter den Klängen des Bläserensembles, das die deutsche und die französische Nationalhymnen intonierte, die Bestätigung des Freundschaftsvertrages.

Im Anschluss verbreiteten die Volkstänzer aus Schenklengsfeld nordhessisches Flair in der Stadt der Rosen. Es folgte ein bunter Nachmittag im Kulturzentrum der Stadt, welches sich unter strahlendem Sonnenschein sozusagen in eine deutsche Kulturbühne verwandelte. Heißt: Zur Freude vieler französischer Bürger, die sich diesen Bruderkuss nicht entgehen lassen wollten, wurde ein buntes Programm deutscher Weisen von Bläsern und Tänzern präsentiert.

Außerdem wurde die Bilder-Ausstellung „Bad Hersfeld – heute“ eröffnet. Bürgermeister Boehmer überreichte 35 gerahmte neue Bildansichten von Bad Hersfeld an seinen Kollegen Seve als Gastgeschenk. Blechbläser und Volkstänzer ließen sich angesichts der Nähe zu Paris die Chance nicht entgehen, ein wenig Sightseeing zu machen. So wurden bei Nacht der Eiffelturm und die Champs Elysees besichtigt und am Sonntag noch ein Stopp am Schloss Versailles eingelegt.

Der Gegenbesuch findet vom 10. bis 13. Oktober zum Lullusfest in Bad Hersfeld statt.

Heimat ist schön – und international

Umjubeltes Abschlusskonzert der 58. Bad Hersfelder Festspiele mit Obersberg-Chören und Blechbläsern von MSO und KDS

Von GUDRUN SCHMIDL

BAD HERSFELD. „Vergessen sie nicht in ihrem eigenen Interesse, ihre Handys nach dem Konzert wieder einzuschalten“, empfahl Ulli Meiß nach dem „Einzug der Gladiatoren“, mit dem das Blechbläserensemble der Modellschule Obersberg und Konrad-Duden-Schule auf einen zweistündigen Hörgenuss einstimmte. Wer will schon Klingeltöne hören, wenn ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Konzertprogramm unter dem Oberbegriff „Kein schöner Land“ als Bekenntnis zu unserer schönen Heimat auf eine musikalische Reise auch in ferne Länder einlädt?

„Heimat ist international“, versicherte Meiß und der Chor der Modellschule Obersberg und Gesamtschule Obersberg konnte unter seiner Leitung viele Lieder davon singen. „Täällä Pohjantähden alla“ aus Finnland in Landessprache natürlich, die viel bejubelten Moskauer Nächte oder „Laiskas“ aus Litauen, das der Chor im Jahr 2004 besuchte, gehörten beim Abschlusskonzert der Festspiele in der voll besetzten Stiftsruine zum perfekt einstudierten Repertoire.
Die Blechbläser mit Frederik Walendczus, Simon von Hubatius und Peter Böhmer an den Schlagzeugen luden die Fangemeinde, zu denen auch viele höchste Vertreter des öffentlichen Lebens in unserer Region gehörten, mit der Swing-Version des australischen Traditionals „Waltzing Mathilda“ auf den fünften Kontinent ein.

Sie überzeugten weiterhin schwungvoll und spritzig mit Bigband-Sound, mit dem heftig beklatschten Trompetensolo „Viva la Veria“ und einem reinen Posaunensolo mit einer kleinen Showeinlage der oft übertönten Posaunisten.

Viele neue Gesichter

„Die Bettler, die sich ‚Auf einem persischen Markt‘ tummeln, werden bei uns von Studenten gespielt“, ulkte Meiß und verwies damit auf ehemalige Schülerinnen und Schüler, die noch immer einen wichtigen und musikalisch bereichernden Platz einnehmen. Aber auch viele neue Gesichter gehörten in diesem Jahr zum Chor, der mit interessant und überraschend arrangierten Volksliedern begeisterte, kleine Choreografische Gags inklusive.

Da durfte „Kein schöner Land“ natürlich nicht fehlen. Klangvoll und wie gewohnt sauber intoniert überzeugten die jungen Interpreten, wobei die eindrucksvolle Leistung der Solisten – namentlich genannt Lea Kretzer und Elisabeth Kammandel – hervorzuheben ist.

Die Klavierbegleitung übernahmen Anne Rill und Silke Pfannkuch. Während der musikalischen Reise nach Südamerika, die noch in diesem Herbst von den Chormitgliedern tatsächlich unternommen wird, malte die Sonne ihre Bilder an die ehrwürdigen Wände der Stiftsruine als stimmungsvolle Kulisse für diesen kulturellen Höhepunkt.

Stehende Ovationen

Mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für die Musik, die tatsächlich ohne störende Klingeltöne zu genießen war.


Brief an Ulli

Du bist zu beneiden

Neid gehört eigentlich nicht zu meinen Schwächen. Heute, lieber Ulli Meiß, beneide ich die aber doch um deinen Beruf. Lehrer bekommen viel ab, machen es weder Schülern, Eltern, noch der Politik oder de so genannten Gesellschaft recht. Und angenehm geht da in der Schule ja auch nicht immer zu. Aber wie beglückend muss es sein, wenn die Arbeit mit so vielen jungen Menschen gelingt, wenn Freude und Begeisterung entstehen und sich so lebhaft übertragen. Ja, lieber Uli, heute beneide ich dich und deine vergleichbar engagierten Kolleginnen und Kollegen darum, solche magischen Momente auslösen zu dürfen. Und bitte richte deinen jungen Künstlern aus, dass sie fantastisch waren!
Viele Grüße
Markus Pfromm